Die Stellenanzeige läuft seit Wochen und es kommt nichts. Das liegt selten am Text und fast nie am Gehalt – sondern daran, dass die Menschen, die du suchst, dort gar nicht hinschauen.
Auf Stellenportalen und in Jobbörsen findest du ausschließlich Menschen, die gerade aktiv nach einer neuen Stelle suchen. Das ist ein kleiner Ausschnitt des Arbeitsmarktes. Der weitaus größere Teil ist grundsätzlich wechselbereit, aber passiv: zufrieden genug, um nicht zu suchen, unzufrieden genug, um zuzuhören, wenn etwas Besseres vorbeikommt.
Diese Gruppe erreichst du nur an einem Ort: dort, wo sie ohnehin täglich unterwegs ist. Für die meisten gewerblichen Fachkräfte sind das Facebook und Instagram.
„Wir sind ein traditionsreiches Familienunternehmen mit 40 Jahren Erfahrung” interessiert niemanden, der überlegt, ob er seinen Job kündigt. Relevant ist, was für ihn anders wird: Arbeitszeiten, Anfahrtswege, Ausstattung, Umgangston, Bezahlung.
Wer abends auf dem Sofa eine Anzeige sieht, hat keinen Lebenslauf zur Hand. Verlangst du einen, ist die Bewerbung vorbei, bevor sie beginnt. Ein kurzer Funnel mit wenigen Fragen senkt diese Hürde erheblich – der Lebenslauf kann später kommen.
Das ist der häufigste und teuerste Fehler, und er liegt nicht bei der Agentur. Wer sich am Dienstagabend bewirbt und am Freitag der Folgewoche eine Antwort bekommt, ist längst woanders im Gespräch. Rechne mit 24 bis 48 Stunden, sonst verbrennst du dein Werbebudget.
Ein Foto vom eigenen Team auf der eigenen Baustelle schlägt jedes gekaufte Bild. Bewerber wollen sehen, wo sie landen würden und mit wem sie arbeiten.
Ehrlich zu den Grenzen: In sehr kleinen Spezialistengruppen funktioniert der Ansatz schlechter, weil die Zielgruppe für eine Kampagne schlicht zu klein ist. Dann ist Direktansprache oder Empfehlungsmarketing der bessere Weg.
Die Kosten bestehen aus zwei Teilen: dem Werbebudget, das direkt an Meta geht und über dein eigenes Werbekonto läuft, und der Betreuung. Wie hoch das Budget sinnvollerweise liegt, hängt von Gewerk, Region und Dringlichkeit ab. Seriös lässt sich das erst nach einem Blick auf deine Situation sagen – jede pauschale Zahl wäre geraten.
Social Recruiting ersetzt die Stellenanzeige nicht, weil es moderner ist, sondern weil es eine andere Zielgruppe erreicht: die, die nicht sucht. Entscheidend für den Erfolg sind drei Dinge, die nichts mit Technik zu tun haben – eine ehrliche Anzeige, eine niedrige Bewerbungshürde und eine schnelle Rückmeldung.
Wir schauen uns Gewerk, Einzugsgebiet und Wettbewerb an – kostenlos und ohne Verkaufsdruck.